Sauerstoffstatus

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Der Tiefe Einblick ist ein Konzept, das zur Vereinfachung der Interpretation und des Verständnisses der Parameter, die den arteriellen Sauerstoffstatus beeinflussen, eingesetzt wird. Der Tiefe Einblick unterteilt die für den arteriellen Sauerstoffstatus relevanten Parameter in drei Gruppen:

1. Sauerstoffaufnahme
2. Sauerstofftransport
3. Sauerstoffabgabe
4. Gewebe-Oxygenierung

Lactat wird zur Gesamtüberwachung des Gleichgewichtes zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot verwendet.

Sauerstoffaufnahme

1. Sauerstoffaufnahme

Kenntnisse der Sauerstoffaufnahme im arteriellen Blut dienen zur Beurteilung der Lungenfunktion. Die Sauerstoffaufnahme ist vor allem abhängig von:

dem arteriellen Sauerstoff-Partialdruck, pO2 – der Schlüsselparameter für die Beurteilung der Sauerstoffaufnahme, dem alveolären Sauerstoff-Partialdruck, der primär vom Umgebungsdruck, FO2(I), und in geringerem Ausmaß vom pCO2 beeinflusst wird, dem Grad des intra- und extrapulmonalen Shunts (FShunt), der Diffusionskapazität des Lungengewebes.

Sauerstofftransport

2. Sauerstofftransport

Der Sauerstofftransport des arteriellen Blutes wird zur Beurteilung der Bluttransportfähigkeit von den Lungen zum Gewebe verwendet.

Der Sauerstofftransport, definiert als die Menge des pro Liter arteriellen Blutes transportieren Sauerstoffs, ist primär abhängig von:

der arteriellen Konzentration von Gesamtsauerstoff, ctO2 – der Schlüsselparameter für die Beurteilung des Sauerstofftransports, der Gesamthämoglobin-Konzentration im Blut (ctHb), der Konzentration der Hämoglobin-Fraktionen (Oxyhämoglobin-Fraktion, O2Hb, COHb, MetHb), dem arteriellen Sauerstoff-Partialdruck (pO2), der arteriellen Sauerstoffsättigung (sO2), die wiederum von pO2 und p50 bestimmt wird.

sO2 ist nicht der einzige Indikator für den Sauerstofftransport. Das Vorhandensein von Dyshämoglobinen und/oder einer niedrigen Konzentration an Hämoglobin kann schwerwiegende Folgen haben und eine Reduzierung der Sauerstofftransport-Kapazität des arteriellen Blutes bewirken.

Sauerstoffabgabe

3. Sauerstoffabgabe

Die Sauerstoffabgabe wird zur Beurteilung der Fähigkeit des arteriellen Blutes, Sauerstoff an das periphere Gewebe abzugeben, verwendet. Die Sauerstoffabgabe ist primär abhängig von:

der Hämoglobin-Sauerstoff-Affinität, ausgedrückt durch den p50-Wert – der Schlüsselparameter für die Beurteilung der Sauerstoffabgabe den arteriellen und endkapillären Sauerstoff-Partialdrücken und dem ctO2.

Die Hämoglobin-Sauerstoff-Affinität wird ausgedrückt durch die Sauerstoff-Dissoziationskurve (Oxygen Dissociation Curve, ODC), die das Verhältnis zwischen Sauerstoff-Partialdruck, pO2, und Sauerstoffsättigung, sO2, bestimmt. Die Position der ODC wird bestimmt vom pO2-Wert bei 50 % Sättigung, auch als p50-Wert bekannt.

4. Gewebe-Oxygenierung

Bei einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Gewebes kommt es zu einer Überschussproduktion von Lactat. Somit dient Lactat als Marker eines kritischen Ungleichgewichts zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot im Gewebe. In den meisten Fällen wird ein erhöhter Lactat-Wert im Blut durch ein verminderte Durchblutung, durch eine reduzierte arterielle Sauerstoffversorgung oder durch eine Kombination aus beidem verursacht.

Im Allgemeinen sollte eine erhöhte oder ansteigende Lactat-Konzentration den Kliniker alarmieren. Ein hoher Lactat-Wert tritt häufig mehrere Stunden vor einem klinischen Schock oder einer Dysfunktion von Vitalorganen auf. Folglich ist eine Überwachung des Lactat-Wertes als früher Warnindikator von großer Bedeutung. Abnehmende oder anhaltend niedrige Lactat-Werte während einer kritischen Erkrankung signalisieren eine erfolgreiche Therapie.

Eine praktische Richtlinie zur Verwendung der oben genannten Parameter finden Sie im Sauerstoffstatus-Diagramm unter Parameter.